Willkommen im Zirkus

​​Und so beginnt es nun.. das Bemühen um diesen Blog, das Bemühen um ein Leben. Mein Leben. 

Ein Leben, dass sich verbessern soll. Immer weiter. Das Intensiv sein soll. Mit guten Gefühlen und positiven Erfahrungen. Erwachsen werden. Und all das will ich hier teilen.

Aber vorallem soll das hier ehrlich sein. So ehrlich, dass ich jeden Gedanken hier sagen möchte und kann, selbst wenn es noch so abscheulich klingen mag. 

Ich möchte einen klaren Kopf kriegen, behalten und alles aus einem überlegten Blickwinkel sehen können. 

Mit einer ADS-Krankheit, in der es nicht nur darum geht, wie hibbelig ein Mensch ist, ist das allerdings gar nicht so einfach. 

Anderen Menschen wird dieser Tag heute als Tag in Erinnerung bleiben, an dem Deutschland gegen Frankreich im Halbfinale spielt bei der EM 2016.

Mir auch, defintiv. Aber auch, dass ich heute angefangen habe, alles zu hinterfragen. Zu überlegen. Nicht mehr nur zu handeln. Ich möchte keine Tränen mehr vergießen, weil ich zu vorschnell aus dem Bauch gehandelt habe und nun die Konsequenzen tragen musste.

Ich glaube, das wird sich sehr gut anfühlen. Ich gebe dem eine Chance. Lang genug hab ich dagegen angekämpft.

Und so werde ich denken, hinterfragen und dennoch leben. Die kleinen, langweiligen, alltäglichen Dinge, Aber auch große, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben werden.

Und so sitze ich grade hier, nach 12 Stunden Schlaf und meinem ersten freien Tag nach 6 Tagen Frühschicht. Die Kunden waren anstrengend. 54 Stunden lang, die ganze Woche. Es ist wirklich mal Wellness, aufstehen zu können, wann man möchte, sich Musik in die Ohren zu stopfen und einfach mal durchzuatmen.

Gerade bin ich dabei meinen Tag zu planen. Ich hab einiges im Kopf, was ich eigentlich machen wollen würde.

Da wäre zum einen mal zum Sport gehen. Ich wiege schon ein paar Kilo weniger, weil ich nicht mehr jeden Tag bei Basti rumhänge seit damals, aber dennoch würde ich doch gerne mal langsam wieder unter die 90 Kilo kommen, einfach um auch mich wieder wohl zu fühlen und um anderen und mir zu zeigen, dass ich es kann.

Bisher hab ich mich dort alleine nicht hingetraut. Ich kann nicht genau erkären, warum eigentlich nicht. Ich glaube, ich werde das heute einfach mal trotzdem machen, um mir selbst mal wieder was zu beweisen und um mir anzugewöhnen, dass alleine gehen auch was tolles sein kann. Nicht auf andere angewiesen zu sein.

Um ehrlich zu sein, mach ich das schon in allen anderen Lebenslagen oft genug.

Meine Wohnung verdient auch, mal wieder sauber gemacht zu werden. Meine Küche hat eigentlich keine Spüle mehr, alles vollgestellt und meine Fliesen haben plötzlich ein Muster,anstatt weiß zu sein. Und staubsaugen…! Staubsaugen hasse ich ja. Gibt nichts nervigeres.

Aber da muss ich durch. Weil ich stolz auf mich sein werde, dass ich es gemacht habe und mich selbst sowieso freue, wenn alles wieder sauber ist. Größte Belohnung sowieso ever.

Später kommt Maggie bei mir vorbei, da sollte sowieso alles sauber sein. Muss nicht klar, aber wäre halt schöner. Sie will quatschen und eigentlich auch nur ihre Auflaufform abholen, die ich mir mal von ihr geliehen habe.

Ich weiß nicht, wie ich mich ihr gegenüber verhalten soll. Wir hatten zwei Wochen gar keinen Kontakt, das ist so das Gegenteil von sonst gewesen, und dann melde ich mich bei ihr, sie versteht was falsch und sie zickt mich übelst an. Danach keine Reaktion mehr. Anderthalb Tage lang. Keine ahnung was ich davon halten soll.

Mein Kopf sagt mir pff, ganz ehrlich, so muss ich nicht mit mir umgehen lassen. Mein Kopf will rumzicken und sie mal anschreien.

Aber erstens bin ich leider nicht der Mensch dafür, nur in den falschen Situationen, und ich bin eh viel zu freundlich dafür und zweitens frage ich mich: ganz ehrlich, was bringt das? nichts.

Gut, dann möchte sie mich sehen, sie will quatschen. Soll sie vorbeikommen, soll sie reden. Ich werde freundlich sein und versuchen diese komische Situation und das merkwürige Gefühl abzuschalten bzw auszuhalten.

Und das Halbfinale heute abend nicht zu vergessen, dass ich mal in vollen Zügen genießen kann, ohne am nächsten Tag um 4 Uhr morgens wieder aufstehen zu müssen. Ein Traum, ich sags euch.

Gerade meldet sich Artus bei mir und zickt mich zwischen den Zeilen an, dass ich nie Zeit habe, wenn er mich fragt. Ich sage natürlich ihm gegenüber, dass das nicht wahr ist.

Aber eigentlich ist es das doch. Ich halte ihn bewusst fern von mir. Weil das mit Basti alles noch nicht geklärt ist, was es wahrscheinlich nie sein wird, und weil ich zwar eine Anziehung zwischen mir und Artus sehe, es aber nicht so funkt, wie bei anderen.

Kann auch sein, dass das nicht so ist, weil ich ihn ja nicht so nahe an mich ranlasse, aber ganz ehrlich, wir hatten doch schonmal eine Chance und es hat nicht geklappt. Gut, okay, das war in der 10 Klasse und ich war noch nicht so reif.

Ich finde dennoch, momentan ist einfach nicht seine Zeit. Tut mir auch leid, aber da ist grade nichts. Gemein, ich weiß…

Na gut, es ist 10 Uhr, ich werde mal in den Tag starten, mein Akku vom Gerät ist auch schon leer. Also folgendes. Haare waschen, anziehen, zum sport, duschen, nach Hause, Wohnung putzen, Maggie erwarten, Deutschland anfeuern.

Vielleicht bei Basti..? Ach Luise, was machst du nur..?

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