Ein Herz ist auch nur ein Organ mit wenig Platz! 

Ich fühle mich krank und kaputt. Körperlich und seelisch. Körperlich allerdings nur deshalb, weil ich etwas mehr als 4 Stunden geschlafen habe, nicht sehr viel also und gestern Alkohol getrunken habe. Alles halb so wild. Seelisch allerdings sieht es momentan bei mir anders aus. Und ich bekomme es jeden Tag stärker für mich zu spüren.

Was ist in den letzten Stunden passiert? Ich wollte mit Basti sprechen. Ist mehr oder weniger nach hinten losgegangen und hat gar nichts gebracht. Es gab Streit und Diskussionen, Zeit wurde verschwendet und im Endeffekt weiß ich ganz genau, er würde und wird es wieder genau so machen, weil er das für richtig hält.
Um ehrlich zu sein, versuche ich mir das alles immer wieder einundschön zureden. Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht wirklich, was mich bei diesem Mann hält, auch wenn ich immer wieder anderes verlauten lasse. Wir haben überhaupt keine gemeinsamen Interessen, mir gefällt seine Art nicht, wie er mit mir spricht, seine Sichtweisen zu Dingen und auch seine Umgehensweisen bei fast allem. Um es komplett zu machen, ist er äußerlich nicht mal mein Typ.
Das einzige, was mich da hält, ist das Gefühl, wenn er mich umarmt. Der Sex mit ihm und das Gefühl, dass hinter ihm noch eine fast komplett intakte Familie steckt, die ich niemals haben werde.
Aber ist das nur, damit ich nicht alleine bin?
Ich sage immer, ich habe Gefühle für diesen Mann. Aber habe ich die wirklich? Wie findet man das raus? Wie unterscheidet man so etwas von Gewohnheit?
Kann man dieser Gewohnheit entfliehen? Ich habe das Gefühl, ich komme niemals von ihm weg, egal was er mir antut oder wie ich zu ihm stehe. Und so oft schon hat er mein Herz eiskalt gemacht oder ich musste zusehen, wie ich ihn verletze, weil er mich anscheinend nicht glücklich macht. Wo wir allerdings wieder bei der nächsten Frage wären: Kann man mich denn überhaupt glücklich machen? Bin ich jemals zufrieden?

Ich glaube ich habe da tatsächlich ernsthafte Probleme. Vorallem wenn ich dabei an gestern Abend denke. Denn davon sollte ich eigentlich erst recht gar nicht erzählen.
Ich habe seit Wochen mit meinem Arbeitskollegen Kevin geflirtet, hab zugelassen, dass er mit mir flirten darf, habe mich selbst drauf eingelassen. Klar, dass mir das irgendwann zu einer Art Verhängnis werden würde.
Denn gestern nach richtig hundertprozentiger Klischeeart hatten wir Betriebsfeier, tranken alle etwas und Luise dachte nicht nach. Nein, ich habe nicht mit ihm geschlafen.
Ich habe etwas viel schlimmeres gestern getan. Ich habe mir einen Weg geöffnet, habe ihm Chancen gegeben, alles das beschreibt es eigentlich nicht wirkllich. Alles was ich sagen kann ist, dass ich gestern mit etwas Herz bei der Sache war. Und auf einmal wurden mir etwas die Augen geöffnet. Ich habe nicht mehr nur den Kollegen gesehen, ich habe bemerkt, dass er ziemlich schlau ist. Habe bemerkt, dass er humor haben kann. Habe bemerkt, dass er nett sein kann. Und es auch zu mir ist.
Habe dann angefangen, das als Reiz zu nehmen. Ja, es hat mich gereizt und ich habe meine große Klappe und das Spiel soweit getrieben, dass ich ihn geküsst habe. Mehrfach.
Es war ungewohnt, aber doch schön. Es hat gekribbelt, weil ich so aufgeregt war.
Alles kein Problem denkt man sich, ist doch toll, oder? Nein. Vergesst bitte nicht, dass in meinem Kopf eigentlich Basti sein soll bzw ist. Diese beiden Menschen teilen sich also jetzt schon einen Platz.
Jeder auf seine eigene Art und Weise. Mit Basti habe ich eine eigene Vergangenheit, ich kenne ihn gut, glaube das zumindest, dort stecken Gefühle hinter, eine langjährige Beziehung.
Kevin dageben ist sympathisch, ich kann mich mit ihm unterhalten, und er kann nett sein. Dieses nettsein muss ich schon fast so betonen, weil es zwischen mir und Basti ausgestorben ist. Fast komplett. Und doch hält uns irgendwas zusammen, von dem ich leider nicht weiß, was es ist. Und ich hoffe irgendwie, dass es nicht nur die Gewohnheit ist, wobei ich auch da nicht weiß, warum ich das eigentlich hoffe.
Komplizierter Scheiss oder nicht?! Von Artus, der noch von weit außen irgendwo mitschwimmt, mal ganz zu schweigen. 

Und ich bin noch gar nicht am Ende mit meinen ganzen Erzählungen. Denn wenn ich schon von meinen ganzen Männergeschichten erzähle, muss ich auch von Slavko oder Marc erzählen. Slavko ist ebenfalls ein Arbeitskollege von mir. Vergeben. Flirtet sehr sehr selten mit mir, aber wenn, dann schepperts. Das macht so einen heiden spaß. Ich liebe flirten, ich kann gar nicht anders. Das gehört genauso zu mir wie freundlich sein oder atmen. Allerdings würden das andere eventuell schon fast als fremdgehen ansehen. Wie kann ich sowas also nur tun?
Jedenfalls kann ich auch bei ihm nicht anders, er macht mich schwach und ich würde ihm gerne mal seine Klamotten vom Körper reissen und ihm mal eine ganz andere Seite von mir zeigen. Nein, machen wir selbstverständlich nicht.
Will ihn auch nicht in eine missliche Lage bringen. Allerdings kann ich da immerhin schon differenzieren, dass es sich dabei nur um körperliche Dinge handelt. Ich bin fast stolz auf mich.
Und Marc, ja Marc kenne ich auch schon mehrere Jahre lang. War damals ein Kumpel von meinem Exfreund früher. Nach der Trennung hatten auch wir uns aus den Augen verloren und dann fanden wir uns irgendwie aber doch wieder. In der Zwischenzeit hat er es allerdings zu Frau und Kind geschafft.
Nach einer Weile konnte ich nicht mehr übersehen, dass er nicht glücklich in der Beziehung war. Konnte aber auch sehen, dass ich mal wieder nicht anders konnte, als pausenlos zu flirten. Man kann sagen, ich bin auf meine Art echt eine Schlampe, auch wenn das weh tut.
Lange Rede kurzer Sinn, er trennte sich, wir hatten ein kurzes techtel-mächtel, dann verblasste alles, seitdem möchte er, ich aber nicht mehr. Manchmal erzählten wir uns, dass Gedanken einer Beziehung auftauchen würden, aber daraus würde nie was werden, weil immer einer von beiden kurz vorher zurückweicht. Alles ganz komisch.
Mittlerweile muss ich sogar sagen, dass ich gar kein Interesse daran habe, ihn zu sehen, obwohl ich es ab und zu vermisse mit ihm zu sprechen und mich zu unterhalten.

Um das hier einfach mal abzuschließen und zu sagen warum es mir so schlecht geht: ich platze! Mein Gehirn platzt, mein Herz platzt und ich weiß nicht mehr weiter und was ich tun soll.
Bin ich vielleicht wirklich krank,dass ich nicht „treu“ sein kann? Liebe ich zu wenig, um ständig andere Männer zu wollen? Liegt es am ADS? Liegt es vielleicht doch an meinem Charakter?! Bin ich jemand, der nicht nur bei einem Menschen bleiben kann?

Was ich gar nicht will, ist jemanden zu verletzen. Niemanden von denen.
Andererseits, wenn ich mich richtig doll einschränke und versuche mal normal wie alle anderen zu sein, werde ich auf Dauer mich verletzen. Weil ich dann unglücklich werde und das nicht aushalte. Und das soll doch auch nicht Sinn der Sache sein.

Also was bitte, zum Teufel soll ich tun?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s